Wissen kompakt
Häufige Fragen (FAQ)
Schnelle Antworten zu Cybersicherheit, Soforthilfe und unseren Leistungen.
Soforthilfe
Was soll ich tun, wenn ich glaube, gehackt worden zu sein?
Ruhe bewahren und sofort handeln. Wenn Sie vermuten, dass Ihr System kompromittiert wurde:
- Trennen Sie das Gerät vom Internet (WLAN deaktivieren, LAN-Kabel ziehen) – so stoppen Sie den Datentransfer.
- Ändern Sie alle Passwörter von einem anderen, sicheren Gerät aus – besonders E-Mail, Banking, Social Media.
- Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für alle wichtigen Konten.
- Informieren Sie Ihre Bank, falls Finanzdaten betroffen sein könnten.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei – Cyberkriminalität ist strafbar.
- Kontaktieren Sie uns für professionelle Unterstützung.
→ Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung: Sofortmaßnahmen
Was tue ich bei einem Ransomware-Angriff?
Nicht zahlen – und sofort handeln:
- Betroffene Geräte sofort vom Netzwerk trennen (auch andere PCs schützen).
- Nicht auf Lösegeldforderung eingehen – Zahlung garantiert keine Entschlüsselung.
- Vorhandene Backups sichern und prüfen, ob sie sauber sind.
- Anzeige erstatten (Staatsanwaltschaft/Polizei, LKA Cybercrime).
- Professionelle IT-Forensik einschalten, bevor das System bereinigt wird.
- BSI und ggf. Datenschutzbehörde informieren (bei Datenverlust Pflicht nach DSGVO Art. 33: 72h).
Hinweis: Kostenlose Entschlüsselungstools für bestimmte Ransomware-Familien finden Sie bei No More Ransom.
Ich habe auf einen Phishing-Link geklickt – was jetzt?
Sofortmaßnahmen nach einem Phishing-Klick:
- Keine Daten eingeben – Seite sofort schließen, falls noch kein Login erfolgt ist.
- Falls Zugangsdaten eingegeben: Passwort sofort ändern (auf sicherem Gerät), 2FA aktivieren.
- Falls auf verdächtigem Gerät: Gerät vom Internet trennen, Antivirusscan starten.
- Haben Sie Zahlungsdaten eingegeben? Bank sofort anrufen, Karte sperren lassen.
- E-Mail-Konto auf Weiterleitungsregeln prüfen (Angreifer richten oft Weiterleitungen ein).
- Passwörter anderer Dienste ändern, falls Sie dasselbe Passwort verwenden.
Muss ich nach einem Cyberangriff eine Datenpanne melden?
Ja – wenn personenbezogene Daten betroffen sind, besteht Meldepflicht nach DSGVO Art. 33.
Frist: 72 Stunden ab Kenntnis der Panne – an die zuständige Datenschutzbehörde (in Sachsen-Anhalt: Landesbeauftragter für den Datenschutz).
Wann müssen Sie melden?
- Unbefugter Zugriff auf Kundendaten, Mitarbeiterdaten oder andere personenbezogene Informationen
- Datenverlust durch Ransomware, versehentliches Löschen oder gestohlene Geräte
- Versendung von Daten an falsche Empfänger in größerem Umfang
Wann ist keine Meldung nötig?
- Wenn die betroffenen Daten vollständig verschlüsselt waren und der Schlüssel sicher ist
- Wenn keine Risiken für die Betroffenen entstehen (geringe Sensitivität, kein Missbrauchsrisiko)
Zusätzliche Benachrichtigungspflicht gegenüber den betroffenen Personen: Bei hohem Risiko müssen auch die Betroffenen direkt informiert werden (Art. 34 DSGVO).
Dokumentation ist Pflicht – auch wenn keine Meldung erforderlich ist, müssen Sie die Datenpanne intern dokumentieren.
→ Sofortige professionelle Unterstützung: Kontakt aufnehmen
Tools
Wie funktioniert der IP-/Port-Check und was bedeuten die Ergebnisse?
Unser IP-/Port-Check prüft, welche Ports Ihrer öffentlichen IP-Adresse von außen erreichbar (offen) sind.
Was bedeuten die Status-Anzeigen?
- 🟢 Geschlossen / Gefiltert: Der Port ist nicht erreichbar – das ist für die meisten Ports gut.
- 🔴 Offen: Der Port antwortet von außen. Je nach Port kann das ein Risiko sein (z.B. RDP Port 3389 = hohes Risiko).
Wichtige Hinweise:
- Der Scan erfolgt nur gegen Ihre eigene IP, die Sie selbst kontrollieren müssen.
- Es werden keine Daten gespeichert – der Scan ist vollständig anonym.
- Nutzen Sie den Scan nur für Netzwerke, für die Sie berechtigt sind.
Wird meine E-Mail-Adresse beim Leak-Check gespeichert?
Nein – absolut nicht. Das Datenschutz-Versprechen des IFCSD ist klar:
- Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich für die Live-Abfrage verwendet und nicht gespeichert.
- Kein Logging, keine Weitergabe, keine Nutzung zu Werbezwecken.
- Die Abfrage erfolgt über die Have I Been Pwned API (HIBP) – einem international anerkannten Dienst.
- Wir übertragen nur einen anonymisierten Hash an externe Dienste (k-Anonymität bei Passwortchecks).
Das Datenschutzversprechen ist Teil unserer Marken-DNA und technisch umgesetzt (keine Datenbank-Writes für Tool-Eingaben).
Was prüft der SSL-Check und was bedeuten die Ergebnisse?
Unser SSL-Check analysiert das TLS/SSL-Zertifikat einer Website und gibt Auskunft über Gültigkeit, Konfiguration und potenzielle Schwachstellen.
Was wird geprüft?
- Gültigkeit und Ablaufdatum des Zertifikats
- Ausstellende Zertifizierungsstelle (CA) und Vertrauenswürdigkeit
- Verwendetes Protokoll (TLS 1.2 / TLS 1.3 – ältere Versionen gelten als unsicher)
- Cipher Suites (Verschlüsselungsverfahren)
- HSTS-Header (erzwingt HTTPS für wiederkehrende Besucher)
Was bedeuten die Ergebnisse?
- ✅ Gültig & sicher: Zertifikat aktuell, starke Verschlüsselung aktiv
- ⚠️ Läuft bald ab: Erneuerung innerhalb von 30 Tagen empfohlen
- ❌ Abgelaufen / ungültig: Besucher sehen Browser-Warnmeldungen, Verschlüsselung nicht aktiv – sofortiger Handlungsbedarf
Risiken eines abgelaufenen SSL-Zertifikats:
- Man-in-the-Middle-Angriffe werden möglich
- Browser zeigen Sicherheitswarnung → massive Vertrauensverluste bei Besuchern
- Negative Auswirkungen auf Google-Ranking
- Möglicher DSGVO-Verstoß (fehlende technische Schutzmaßnahme nach Art. 32)
Der Check ist vollständig anonym – die geprüfte Domain wird nicht gespeichert.
Was zeigt der DNS-Check und warum ist er sicherheitsrelevant?
Der DNS-Check analysiert die DNS-Konfiguration einer Domain auf sicherheitsrelevante Einträge – besonders für den Schutz vor E-Mail-Spoofing und Phishing.
Was wird geprüft?
- SPF (Sender Policy Framework): Legt fest, welche Server E-Mails im Namen Ihrer Domain senden dürfen. Fehlt SPF, können Angreifer E-Mails mit Ihrer Absenderadresse versenden.
- DMARC: Bestimmt, was mit E-Mails passiert, die SPF/DKIM nicht bestehen (Quarantäne oder Ablehnung). Ohne DMARC landen gefälschte Mails oft im Posteingang.
- DKIM: Digitale Signatur für ausgehende E-Mails – verhindert Manipulation im Transit.
- MX-Einträge: Prüfung der Mailserver-Konfiguration auf Konsistenz und Sicherheit.
Typische Risiken bei fehlender Konfiguration:
- Angreifer versenden Phishing-Mails mit Ihrer Firmenadresse an Kunden oder Partner
- Ihre legitimen E-Mails landen im Spam (fehlender SPF/DKIM)
- CEO-Fraud: gefälschte Zahlungsanweisungen im Namen der Geschäftsleitung
Empfehlung des BSI: SPF, DKIM und DMARC sollten für jede Unternehmens-Domain konfiguriert sein. DMARC-Policy mindestens quarantine, idealerweise reject.
Der Check erfolgt ausschließlich über öffentlich zugängliche DNS-Einträge – keine sensiblen Daten werden übertragen.
Was ist der Schnell-Sicherheitscheck und was bekomme ich als Ergebnis?
Der Schnell-Sicherheitscheck kombiniert mehrere Prüfungen in einem Schritt: offene Ports, SSL-Status und DNS-Konfiguration Ihrer Domain oder IP-Adresse.
Was wird geprüft?
- Offene Ports: Welche Dienste sind von außen erreichbar? (z.B. RDP, SSH, FTP = häufige Angriffsvektoren)
- SSL/TLS: Ist das Zertifikat gültig und die Verschlüsselung aktuell?
- DNS-Sicherheit: Sind SPF, DMARC und DKIM korrekt konfiguriert?
Ergebnis-Ampel:
- 🟢 Kein unmittelbarer Handlungsbedarf
- 🟡 Verbesserungen empfohlen
- 🔴 Kritische Schwachstellen – sofortiger Handlungsbedarf
Für wen ist der Check geeignet?
- Geschäftsführer und IT-Verantwortliche, die einen schnellen Überblick benötigen
- Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung
- Als Einstieg vor einem professionellen CyberRisikoCheck (DIN SPEC 27076)
Hinweis: Der Schnell-Sicherheitscheck ist kein Ersatz für ein vollständiges Sicherheitsaudit. Er zeigt die wichtigsten extern sichtbaren Schwachstellen – nicht die interne Infrastruktur.
Unternehmen
Was ist der CyberRisikoCheck und wer kann ihn nutzen?
Der CyberRisikoCheck (CRC) ist ein standardisiertes Verfahren zur Bewertung der Cybersicherheitslage kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) – entwickelt vom BSI auf Basis der DIN SPEC 27076.
Wer kann den CRC nutzen?
- Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern (KMU laut EU-Definition)
- Keine IT-Vorkenntnisse erforderlich – das Interview ist für Geschäftsführer konzipiert
Was passiert beim CRC?
- Strukturiertes Interview (~2 Stunden) mit einem zertifizierten Berater
- Bewertung in 27 Handlungsfeldern (Passwörter, Updates, Backups, Zugänge, Phishing-Schutz…)
- Schriftlicher Bericht mit Risikoampel und priorisierten Maßnahmen
Kosten: Für KMU kostenlos – das BSI finanziert das Programm.
Bin ich von NIS2 betroffen und was muss ich tun?
Das NIS2-Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG) ist seit dem 6. Dezember 2025 in Deutschland in Kraft. Es gilt ohne Übergangsfrist.
Direkt betroffen sind Unternehmen mit:
- Mehr als 50 Mitarbeitern oder mehr als 10 Mio. € Jahresumsatz
- Tätigkeit in einer der 18 regulierten Sektoren (u.a. Energie, IT/TK, Gesundheit, Transport, Wasser, digitale Infrastruktur, öffentliche Verwaltung, Lebensmittel)
Achtung: Indirekte Betroffenheit für viele KMU
Auch wenn Ihr Unternehmen formal unter den Schwellenwerten liegt: Größere Auftraggeber (Konzerne, öffentliche Hand) verlangen zunehmend, dass ihre Lieferanten und Dienstleister NIS2-konforme Sicherheitsstandards nachweisen – als Voraussetzung für die Geschäftsbeziehung.
Pflichten für betroffene Unternehmen:
- Registrierung beim BSI (Frist 6. März 2026 – wer noch nicht registriert ist, muss sofort handeln)
- Risikomanagementmaßnahmen in 10 Bereichen umsetzen (u.a. MFA, Backup, Lieferkettensicherheit)
- Sicherheitsvorfälle melden: 24h-Frühwarnung, 72h-Bericht, 1-Monats-Abschlussbericht
Bußgelder bei Verstößen:
- Wesentliche Einrichtungen: bis zu 10 Mio. € oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes
- Wichtige Einrichtungen: bis zu 7 Mio. € oder 1,4 % des Umsatzes
- Persönliche Haftung der Geschäftsführung
Welche Leistungen bietet das IFCSD und was kostet eine Beratung?
Das IFCSD ist ein Projekt der GENO Group eG und bietet Cybersicherheitsleistungen speziell für KMU, Handwerksbetriebe, Vereine und Kommunen.
Kostenlose Leistungen:
- CyberRisikoCheck (BSI / DIN SPEC 27076): Vollständig kostenfrei für KMU bis 250 Mitarbeiter – finanziert durch das BSI-Förderprogramm
- Online-Tools: Port-Check, E-Mail-Leak-Check, SSL-Check, DNS-Check, Schnell-Sicherheitscheck – kostenlos und ohne Anmeldung
- Erstberatung: Kostenloses Erstgespräch zur Einschätzung Ihrer Sicherheitslage
Kostenpflichtige Leistungen:
- Penetrationstests und Sicherheitsaudits
- Incident Response (Soforthilfe bei laufenden Angriffen)
- Schulungen und Awareness-Trainings für Mitarbeiter
- Umsetzungsbegleitung nach CyberRisikoCheck oder NIS2-Analyse
- Managed Security Services und laufende Betreuung
Preisgestaltung:
Preise richten sich nach Unternehmensgröße, Aufwand und Leistungsumfang. Wir erstellen immer ein individuelles Angebot – keine versteckten Kosten.
Datenschutz
Welche Daten sammelt IFCSD von mir?
Das IFCSD ist dem Datenschutz und der Anonymität verpflichtet:
Unsere Tools (Port-Check, E-Mail-Leak-Check):
- Keine Speicherung von IP-Adressen oder E-Mail-Adressen
- Kein Tracking ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung
- Cloudflare als Infrastruktur-Provider (EU-Datenschutz, AVV vorhanden)
Kontaktformular:
- Ihre Anfrage wird für die Bearbeitung gespeichert und danach gelöscht
- Keine Weitergabe an Dritte zu Werbezwecken
Website-Besuche:
- Kein Tracking ohne Consent (Consent Mode v2)
- Keine Cookies ohne Ihre Zustimmung
Vollständige Informationen: Datenschutzerklärung
Wann muss ich eine Datenpanne der Behörde melden – und wo?
Nach Art. 33 DSGVO müssen Sie eine Datenpanne innerhalb von 72 Stunden an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde melden, sobald ein Risiko für betroffene Personen besteht.
Zuständige Behörde in Sachsen-Anhalt:
Landesbeauftragter für den Datenschutz Sachsen-Anhalt – Meldung über das Online-Portal oder postalisch.
Drei Risikostufen der DSGVO:
- Kein Risiko → nur interne Dokumentation erforderlich, keine Meldepflicht
- Risiko vorhanden → Meldung an die Datenschutzbehörde innerhalb 72h
- Hohes Risiko → zusätzlich direkte Benachrichtigung der betroffenen Personen (Art. 34 DSGVO)
Faktoren für die Risikobewertung:
- Art der betroffenen Daten (Gesundheit, Finanzen, Passwörter = höheres Risiko)
- Anzahl betroffener Personen
- Ob Daten verschlüsselt waren
- Wahrscheinlichkeit eines Missbrauchs
Wichtig: Auch wenn keine Meldung nötig ist, müssen Datenpannen intern dokumentiert werden (Art. 33 Abs. 5 DSGVO). Fehlende Dokumentation kann bei einer Prüfung als Verstoß gewertet werden.
Fristversäumnis: Wird die 72h-Frist nicht eingehalten, müssen Sie die Verzögerung begründen. Bußgelder bis zu 10 Mio. € oder 2 % des Jahresumsatzes sind möglich.
→ Bei einem akuten Vorfall: Soforthilfe anfordern
Allgemein
Was ist Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und warum ist sie so wichtig?
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bedeutet, dass Sie sich bei einem Konto mit zwei unabhängigen Faktoren ausweisen müssen – nicht nur mit dem Passwort.
Die drei Faktortypen:
- Wissen: Passwort, PIN
- Besitz: Smartphone (Authenticator-App, SMS-Code), Hardware-Token
- Biometrie: Fingerabdruck, Gesichtserkennung
Bei 2FA kombinieren Sie mindestens zwei dieser Faktoren – z.B. Passwort + Authenticator-App.
Warum ist 2FA so wichtig?
Gestohlene Passwörter sind einer der häufigsten Angriffswege. Laut BSI können über 80 % der Kontoübernahmen durch aktiviertes 2FA verhindert werden. Selbst wenn ein Angreifer Ihr Passwort kennt, kommt er ohne den zweiten Faktor nicht rein.
Empfohlene 2FA-Methoden (nach Sicherheitsstufe):
- Hardware-Token (z.B. YubiKey) – höchste Sicherheit
- Authenticator-App (z.B. Microsoft Authenticator, Google Authenticator) – sehr sicher
- SMS-Code – besser als kein 2FA, aber anfällig für SIM-Swapping
Wo sollten Sie 2FA aktivieren?
- E-Mail-Konto (höchste Priorität – Schlüssel zu allen anderen Konten)
- Banking und Zahlungsdienste
- Unternehmensanwendungen (Microsoft 365, Google Workspace)
- Cloud-Dienste, Social Media, Domain-Verwaltung
Das BSI empfiehlt 2FA als eine der wichtigsten Basismaßnahmen für Unternehmen.
Was sind die häufigsten Cyberbedrohungen für deutsche Unternehmen?
Laut BSI-Lagebericht 2025 bleibt die Bedrohungslage für deutsche Unternehmen auf höchstem Niveau. Rund 80 % der registrierten Cyberangriffe betrafen KMU.
Die häufigsten Angriffsarten:
1. Ransomware
Schadsoftware verschlüsselt alle Daten und fordert Lösegeld. Durchschnittlicher Schaden pro Vorfall in Deutschland: mehrere hunderttausend Euro (inklusive Ausfallzeiten). Wichtig: Nicht zahlen – Zahlung garantiert keine Entschlüsselung.
2. Phishing und Spear-Phishing
Gefälschte E-Mails erschleichen Zugangsdaten oder installieren Schadsoftware. Spear-Phishing zielt gezielt auf einzelne Personen ab (z.B. mit echtem Namen und Firmenkontext).
3. Kompromittierte Zugangsdaten
Gestohlene Passwörter aus Datenlecks werden für Kontoübernahmen genutzt. Abhilfe: starke, einzigartige Passwörter + 2FA.
4. Schwachstellen in Software
Ungepatchte Systeme (veraltete Software, fehlende Updates) bieten Angreifern bekannte Einfallstore. BSI empfiehlt: Updates innerhalb von 72 Stunden nach Veröffentlichung einspielen.
5. CEO-Fraud / Business Email Compromise
Gefälschte E-Mails im Namen der Geschäftsführung fordern Mitarbeiter zu Überweisungen auf. Schaden deutschlandweit in Milliardenhöhe jährlich.
Schutzmaßnahmen laut BSI:
- Regelmäßige Updates aller Systeme
- 2FA für alle Konten
- Regelmäßige Backups (3-2-1-Regel: 3 Kopien, 2 Medien, 1 extern/offline)
- Mitarbeitersensibilisierung
→ Kostenloser CyberRisikoCheck anfragen
Was macht ein sicheres Passwort aus und wie verwalte ich viele Passwörter?
Das BSI hat seine Empfehlungen zu Passwörtern zuletzt 2023 aktualisiert – weg vom erzwungenen Wechsel, hin zu langen, einzigartigen Passwörtern.
BSI-Empfehlungen für sichere Passwörter:
- Mindestlänge: 12 Zeichen (für kritische Konten: 20+)
- Kombination aus Groß-/Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen
- Kein Wechsel ohne Anlass – häufige Wechsel führen zu schwächeren Passwörtern
- Einzigartig pro Dienst – niemals dasselbe Passwort mehrfach verwenden
- Keine Wörter aus Wörterbüchern, keine persönlichen Informationen (Geburtstag, Name)
Passphrasen als Alternative:
Vier zufällige Wörter ergeben ein sicheres und merkbares Passwort: Ampel-Katze-Regen-Stuhl ist sicherer als P@ssw0rd!.
Passwort-Manager – die praktische Lösung:
Ein Passwort-Manager speichert alle Passwörter verschlüsselt. Sie merken sich nur ein starkes Master-Passwort.
Empfohlene Passwort-Manager (Stand 2026):
- Bitwarden (Open Source, kostenlos für Einzelpersonen)
- KeePassXC (lokal, kein Cloud-Sync)
- 1Password oder Dashlane (kostenpflichtig, für Teams geeignet)
Zusätzlich: E-Mail-Leak-Check
Prüfen Sie, ob Ihre E-Mail-Adressen in bekannten Datenlecks aufgetaucht sind:
→ E-Mail-Leak-Check starten
Wie sollte ich Backups richtig einrichten, um Datenverlust zu verhindern?
Backups sind die wichtigste Maßnahme gegen Ransomware und Datenverlust – aber nur wenn sie korrekt eingerichtet sind.
Die BSI-Empfehlung: die 3-2-1-Regel
- 3 Kopien der Daten
- auf 2 verschiedenen Speichermedien (z.B. NAS + externe Festplatte)
- davon 1 an einem externen Standort oder offline
Warum offline/extern so wichtig ist:
Ransomware verschlüsselt alle erreichbaren Laufwerke – inklusive dauerhaft verbundener Backuplaufwerke und Netzlaufwerke. Ein Backup, das permanent verbunden ist, ist kein sicheres Backup.
Backup-Frequenz nach Datenkritikalität:
- Täglich: Kundendaten, Buchhaltung, aktive Projekte
- Wöchentlich: Systeme und Konfigurationen
- Monatlich: Archivdaten
Backup-Test ist Pflicht:
Ein nicht getestetes Backup ist kein Backup. Führen Sie mindestens einmal pro Quartal eine Wiederherstellungsübung durch.
Cloud-Backup als Ergänzung:
Cloud-Backups sind eine sinnvolle Ergänzung (nicht Ersatz) zum lokalen Backup – achten Sie auf DSGVO-konforme Anbieter mit Serverstandort EU und Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV).
Empfohlene Tools:
- Veeam (für Windows-Server-Umgebungen)
- Acronis Cyber Protect (all-in-one für KMU)
- Restic (Open Source, für Linux/Mac)
- Windows Server: integriertes Windows Server Backup
→ Backup-Strategie im CyberRisikoCheck bewerten lassen
Frage nicht dabei?
Kontaktieren Sie uns direkt – unsere Experten helfen schnell und unkompliziert.
Jetzt anfragen